Eingabehilfen öffnen
Zum Hauptinhalt springen

Choralschola St. Wolfgang

Proben:
freitags (gottesdienstbezogen), 18:30 bis 19:15 Uhr
Augustin-Bea-Haus, St.-Wolfgang-Str. 10, Reutlingen

Kann man Gottes Stimme heute noch hören?

Wenn man Gottesdienst als Dialog versteht, in den Gott und die Menschen miteinander treten, dann kommt einer kleinen Gruppe von Sängern - der Schola - eine wichtige Rolle dabei zu:

  • Mit den Versen des gesungenen Psalms gibt sie Antwort auf Gottes Wort in der Schriftlesung.
  • Mit Wechselgesängen (Antiphonen) lädt sie die Gemeinde zum Mitsingen und Mitfeiern ein.
  • Mit den Melodien des Gregorianischen Chorals schafft sie eine meditative Atmosphäre, in der Wort, Ton und Raum sich vollkommen verbinden und das Gesungene nachklingen kann.

Die Sänger der Choralschola St. Wolfgang gestalten in regelmäßigen Abständen Gottesdienste mit gregorianischen Gesängen, die in je 2 bis 3 Proben erarbeitet werden. Im Konzert waren sie zuletzt im November 2025 mit dem Programm "Orgel und Gregorianik – Musik zum Ende des Kirchenjahres" zu hören.

In der Choralschola St. Wolfgang können Sie

  • einstimmiges Singen als Kraftquelle erleben
  • in die Musik einer längst vergangenen Zeit eintauchen
  • die Spiritualität der Psalmen entdecken
  • spüren, wie die eigene Stimme von der Akustik der Kirche St. Wolfgang getragen wird
  • Gottesdienste aktiv mitgestalten

Muss man als Scholasänger Noten lesen können?

Es ist nicht zwingend notwendig, Noten lesen zu können. Wichtiger ist, aufeinander zu hören, das Gesungene zu verinnerlichen und ein Gefühl für die eigene Stimme und den Chorklang zu bekommen.

Wie wird der Choral notiert?

Die Gregorianischen Gesänge stammen aus einer Zeit, als es noch keine Notenschrift gab.
Das älteste "Gesangbuch" der Kirche wurde in den Sängerschulen der Klöster zunächst mündlich überliefert und erst ab dem 9. Jahrhundert verschriftlicht. Die früheste Form der Aufzeichnung sind sogenannte Neumen. Sie bilden den Melodieverlauf nur ungenau ab, geben aber Aufschluss über seine rhythmische Interpretation. Erst Jahrhunderte später treten nach und nach Notenlinien hinzu, bis sich im Hochmittelalter die noch heute gebräuchliche Quadratnotation mit vier Notenlinien herausbildet. Das 2014 erschienene Gebet- und Gesangbuch Gotteslob überträgt sie in das moderne 5-Linien-System. In der Schola verwenden wir das Graduale Triplex, das die Quadratnotation mit den Handschriften der Stiftsbibliothek St. Gallen (CH) und der ehemaligen Klosterbibliothek Laon (F) verbindet und die melodisch und rhythmisch genaueste Wiedergabe der Gesänge ermöglicht.

Beispiel: Das Halleluja der Osternacht in verschiedenen Notationen:

Neumenhandschrift aus dem Kloster St. Gallen (CH)

Neumenhandschrift aus dem Kloster St. Gallen (CH)

Das St. Galler Cantatorium, die älteste vollständig erhaltene Musikhandschrift der Welt (entstanden zwischen 922 und 926) bildet eine der Hauptquellen für die Rekonstruktion des gregorianischen Messgesangs.

St. Gallen, Stiftsbibilothek / Cod. Sang. 359 - Cantatorium / p. 106
https://www.e-codices.unifr.ch/de/csg/0359/106

Quadratnotation im 4-Linien-System

Quadratnotation im 4-Linien-System mit C-Schlüssel auf der obersten Linie.

Notation im modernen 5-Linien-System

Notation im modernen 5-Linien-System (Gotteslob 2014).

Graduale Triplex

Graduale Triplex: In der Mitte die Quadratnotation des Graduale Romanum, darüber in Schwarz die Neumen von Laon und darunter in Rot die Neumen von Sankt Gallen.

Repertoire

Zum Repertoire der Choralschola St. Wolfgang gehören neben den im Gotteslob vorhandenen Choralmessen die gregorianischen Gesänge zum 1. und 3. Adventsonntag, 1. und 4. Fastensonntag, zu den 3 Österlichen Tagen (Triduum Sacrum), Pfingstsonntag, Allerseelen u.a.

Termine