Wenn man Gottesdienst als Dialog versteht, in den Gott und die Menschen miteinander treten, dann kommt einer kleinen Gruppe von Sängern - der Schola - eine wichtige Rolle dabei zu:
Mit den Versen des gesungenen Psalms gibt sie Antwort auf Gottes Wort in der Schriftlesung.
Mit Wechselgesängen (Antiphonen) lädt sie die Gemeinde zum Mitsingen und Mitfeiern ein.
Mit den Melodien des Gregorianischen Chorals schafft sie eine meditative Atmosphäre, in der Wort, Ton und Raum sich vollkommen verbinden und das Gesungene nachklingen kann.
Die Sänger der Choralschola St. Wolfgang gestalten in regelmäßigen Abständen Gottesdienste mit gregorianischen Gesängen, die in je 2 bis 3 Proben erarbeitet werden. Im Konzert waren sie zuletzt im November 2025 mit dem Programm "Orgel und Gregorianik – Musik zum Ende des Kirchenjahres" zu hören.
In der Choralschola St. Wolfgang können Sie
einstimmiges Singen als Kraftquelle erleben
in die Musik einer längst vergangenen Zeit eintauchen
spüren, wie die eigene Stimme von der Akustik der Kirche St. Wolfgang getragen wird
Gottesdienste aktiv mitgestalten
Muss man als Scholasänger Noten lesen können?
Es ist nicht zwingend notwendig, Noten lesen zu können. Wichtiger ist, aufeinander zu hören, das Gesungene zu verinnerlichen und ein Gefühl für die eigene Stimme und den Chorklang zu bekommen.
Wie wird der Choral notiert?
Die Gregorianischen Gesänge stammen aus einer Zeit, als es noch keine Notenschrift gab. Das älteste "Gesangbuch" der Kirche wurde in den Sängerschulen der Klöster zunächst mündlich überliefert und erst ab dem 9. Jahrhundert verschriftlicht. Die früheste Form der Aufzeichnung sind sogenannte Neumen. Sie bilden den Melodieverlauf nur ungenau ab, geben aber Aufschluss über seine rhythmische Interpretation. Erst Jahrhunderte später treten nach und nach Notenlinien hinzu, bis sich im Hochmittelalter die noch heute gebräuchliche Quadratnotation mit vier Notenlinien herausbildet. Das 2014 erschienene Gebet- und Gesangbuch Gotteslob überträgt sie in das moderne 5-Linien-System. In der Schola verwenden wir das Graduale Triplex, das die Quadratnotation mit den Handschriften der Stiftsbibliothek St. Gallen (CH) und der ehemaligen Klosterbibliothek Laon (F) verbindet und die melodisch und rhythmisch genaueste Wiedergabe der Gesänge ermöglicht.
Das St. Galler Cantatorium, die älteste vollständig erhaltene Musikhandschrift der Welt (entstanden zwischen 922 und 926) bildet eine der Hauptquellen für die Rekonstruktion des gregorianischen Messgesangs.
Zum Repertoire der Choralschola St. Wolfgang gehören neben den im Gotteslob vorhandenen Choralmessen die gregorianischen Gesänge zum 1. und 3. Adventsonntag, 1. und 4. Fastensonntag, zu den 3 Österlichen Tagen (Triduum Sacrum), Pfingstsonntag, Allerseelen u.a.
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